Archiv für die Kategorie ‘Lauftipps’

9 Jun 2011

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Geschrieben von Rico. Keine Kommentare

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29 Mrz 2011

Grüße aus dem sonnigen Trainingslager in Flagstaff/ Arizona (USA)

Geschrieben von Rico. Keine Kommentare

Mit Klick auf das Bild öffnet sich das Album aus Flagstaff

Am 11.3.2011 ging es los auf meinen ersten Überflug in die Vereinigten Staaten. Ziel dieser Reise war und ist das auf 2100m stattfindende Höhentrainingslager in Flagstaff des Deutschen Leichtathletikverbandes.

Zusammen mit meinen Erfurter Trainingspartnern Marcus Schöfisch, Sven Praetorius, Sascha Großheim und Sebastian Keiner trainiere ich hier mit anderen top Langstreckenläufern aus Deutschland, wie Christian Glatting und Jan Fitschen, um in Vorbereitung auf die Sommersaison die Grundlagenausdauer deutlich zu steigern. Sämtliche Zeiten und Erfolge aus der Wintersaison sollen so ausgebaut werden. Für dieses Unternehmen heißt es neue persönliche Spitzenumfangwochen zu erreichen und kontinuierlich auf hohem Niveau Belastungen durchzustehen, die ich so in der Vergangenheit noch nicht erreichen konnte.

Hilfreich ist dabei die tolle Unterstützung des IAT Leipzig in Vertretung von Dr. Olaf Ernst und Kerstin Rentzsch, die täglich Laktat-, Creatinkinase- und Harnstoffwerte überprüfen und ggf. Trainingstipps geben, damit es zu keiner Über- oder Unterbelastung kommt.

Unter der Aufsicht der erfahrenen Bundestrainer Tono Kirschbaum und Henning von Papen sowie den Trainern Beate Conrad (Potsdam), Jörg Voigt aus Braunschweig und unserem Thüringer Landestrainer Enrico A?mus, wird das Training sehr gut koordiniert und die Zusammenarbeit der Athleten gefördert.
Diese wiederum ist für mich das A und O einer erfolgreichen Trainingsarbeit. Nur, wenn man mit den Besten trainiert und von ihnen lernt, kann man sich im Leben, speziell im Leistungssport weiterentwickeln. So kam es auch zu einigen spannenden, belastenden GA2- Einheiten mit Jan Fitschen und Cristian Glatting, die mir einerseits Selbstvertrauen gegeben haben, andererseits aber neue Trainingsreize setzten, durch die ich erkennen musste, dass ich noch einiges aufzuarbeiten habe auf dem Weg in die absolute Deutsche Männerspitze. Konnte ich bei Intervallläufen von 1000m- 3000m noch sehr gut mithalten, bei vergleichsweise niedrigen Laktatwerten, schaffte es ein Tempodauerlauf über 10km in 34:19min über eine sehr schwere Profilrunde doch, mich müde zu machen.

Aus diesem Grund konnte ich mit ruhigen Gewissen gestern und heute zwei Ruhetage einlegen an denen ich einen Ausflug in die Wüste nach Sedona gemacht habe. Was wir dort erlebt haben könnt ihr im beigefügten Fotoalbum sehen.

Den Rest der freien Zeit werde ich zur Regenration in der der Physiotherapie unter der Leitung von Dr. Till Heine und Katrin Viehweger nutzen. Frisch erholt wird es in die letzte Belastungsphase dieses Trainingslagers gehen bevor ich am 9.4. die Heimreise antreten werde.

Sonnige Grüße aus Flagstaff und einen Auszug der Trainingsauswertung der letzten Woche sendet euch euer

Rico

Der Deutsche Meister über die 800m Sören Ludolph bei der Arbeit

Für genaue Informationen über den Trainingsplan der letzten Woche bitte HIER klicken.
Es handelt sich um den Originalplan, daher die wirren Markierungen und Abkürzungen ;)

19 Jul 2010

Die 14 Minutenschallmauer ist gefallen

Geschrieben von Rico. Keine Kommentare

Rico Schwarz in der Verfolgung von Sebastian HallmannWahnsinn! Was für ein Gefühl! Nach wochenlanger Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig belegte ich im 5000m – Finale den 6. Platz mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 13:58,29min, was gleichzeitig meine erste Zeit unter der 14 min- Schallmauer ist. Nach dieser Saison, die für mich zwar viele Tiefen, aber relativ wenig Höhen mit sich brachte, bin ich sehr glücklich über diese Zeit. Dass sie lediglich Platz 6 bedeutet, ist dabei nicht weiter tragisch, da die Konkurrenz in einem sehr erlesenen Feld verdammt stark auftrumpfte, allen voran der alte und neue deutsche Meister Arne Gabius.

Unrhythmisch hatte es begonnen (2:46min nach 1000m), nachdem Marc-Andre Kowalinski und Carlo Schuff vom PST Trier zügig das Rennen starteten, dann aber die Führungsarbeit nicht weiter tragen wollten. Sebastian Hallmann setzte ihre Pace etwas langsamer fort, verabschiedete sich jedoch ebenfalls wieder von der Spitze. An diesem Punkt des Rennens schlief das Tempo komplett ein, da niemand wirklich nachsetzte, bis schließlich Julian Flügel die Arbeit wieder aufnahm und das Finale näher und näher rückte. In allen Phasen des bisherigen Rennverlaufs behauptete ich die zweite Position, um mich aus allen Rangeleien herauszuhalten und mir das nötige Selbstbewusstsein für die letzten 1000m zu holen. Denn genau hier sollte es schnell werden. Verdammt schnell!
Philipp Pflieger, dessen Stärke mir aus zahlreichen Zweikämpfen und dem gemeinsamen Trainingslager in Regensburg mehr als bewusst war, übernahm nun das Tempo und absolvierte ab 3800m zwei tiefe 60er Runden. Ich schaffte es, für mich beinahe überraschend, nachzusetzen, da ich einen sehr guten Rhythmus fand und zu diesem Zeitpunkt keinerlei Zweifel mehr an meinen Fähigkeiten hatte. 600m vor dem Ziel ging Arne Gabius, der spätere Sieger, in Front, was zu weiteren plötzlichen Antritten führte. Eingangs der letzten Runde merkte ich langsam, wie diese ständigen Tempoverschärfungen meinen Lauf störten und ich versuchte mit einem eigenen Angriff das Geschehen zu kontrollieren. Das funktionierte bis 250m vor dem Ziel, denn genau jetzt machten Deutschlands beste Langstreckler (Arne Gabius, Filmon Ghirmai, Philipp Pflieger, Jan Fitschen, Musa- Roba Kinkal) endgültig ernst und setzten zum finalen Endspurt an. Völlig am Limit laufend konnte ich meine Position nicht mehr halten und kämpfte, als würde es um mein Leben gehen. 50m vor dem Ziel wurde es ein Lauf gegen die Uhr, da ich realisierte, dass das eigentlich langsame Rennen doch noch eine tolle Zeit für mich bereit hielt. In 13:58,29min überquerte ich erschöpft die Ziellinie und wusste nicht, ob ich zufrieden oder unzufrieden sein sollte. Erst nach und nach wurde mir bewusst, dass ich so lange wie noch nie mit der Männerspitze mitgehalten habe und ich bis 4800m mit Läufern das Rennen bestimmte, die Bestzeiten deutlich unter 29min auf 10000m stehen haben, allen voran der Europameister Jan Fitschen.
Gegen eine solch starke Konkurrenz, die gleich reihenweise unter 14 min in einem Meisterschaftsrennen blieb, schaffte ich einen taktisch perfekten Lauf und schöpfte all meine bisherigen Möglichkeiten aus. Dieser und der Fakt, dass ich in den letzten 6 Wochen einen deutlichen Leistungssprung geschafft habe, sind die Gründe, wieso mich die gestrige Veranstaltung absolut glücklich stimmt. Ein großer Dank gilt dabei meinem Trainer Andreas Möckel, der mit viel Geduld das Training gestaltet hat und mich so zurück in die Erfolgsspur brachte. Dank auch an meine Freunde, die mich vor allem in Zeiten der Niederlage seelisch aufgebaut haben, mir die nötige Ablenkung verschafften und mich mit einem großen Plakat in der Süd- und Nordkurve des DM- Stadions anfeuerten.

Mit diesem gewonnen Selbstvertrauen und der derzeitigen Form heißt es jetzt, weitere große Aufgaben, wie die Deutschen Juniorenmeisterschaften anzugehen und möglichst in der Erfolgsspur zu bleiben. Diesen Weg könnt ihr wie gewohnt auf meiner Homepage mitverfolgen. Ich wünsche euch dabei viel Spaß.

Euer Rico